
2026 ist das Jahr, in dem Künstliche Intelligenz in der Schweizer Versicherungs- und Rückversicherungsbranche endgültig vom Proof-of-Concept in die Produktion wandert. Nach zwei Jahren Experimentieren mit Generative AI verschieben sich die Prioritäten vom „Was ist möglich?" hin zum „Was liefert messbaren Business-Wert?".
Die grössten Schweizer Erstversicherer – Helvetia, Zurich, Swiss Life, Die Mobiliar – haben in den Geschäftsberichten 2025 Automatisierungsquoten von 30–45 % für Standard-Schadenfälle kommuniziert. Im B2B-Nicht-Leben-Geschäft und Retail-Property erreichen einzelne Linien sogar 60 % Dunkelverarbeitung. Die Kombination aus OCR, LLM-basierter Extraktion und policy-konformer Deckungsprüfung hat sich als robust erwiesen.
Im Commercial- und Specialty-Geschäft hat sich das Muster „Co-Pilot" durchgesetzt: Die AI liefert Vorarbeit, ein menschlicher Underwriter entscheidet final. Typische Effekte:
Mit dem revidierten Datenschutzgesetz (revDSG, seit 1.9.2023) und dem EU AI Act (voll anwendbar ab 2026) sind Compliance-Anforderungen kein Nebenschauplatz mehr. Schweizer Versicherer setzen verstärkt auf:
In Zürich – Weltzentrum der Rückversicherung – experimentieren Marktteilnehmer wie Swiss Re und Helvetia Baloise Group mit GenAI für Specialty Lines (Marine, Cyber, Political Risk). Der Vorteil: Submissions sind hochgradig unstrukturiert, Policies komplex, manuelle Bearbeitung teuer. Genau hier spielt AI ihre Stärken aus.
Unsere Einschätzung für 2026 und darüber hinaus:
Wer heute eine saubere Daten- und Compliance-Grundlage legt, kann in 12 Monaten produktive Use Cases in Serie ausrollen. Die Pilotphase ist vorbei – 2026 ist das Jahr der Industrialisierung.